Wanderung auf dem Schluchtenpfad

Geschrieben von Stefan am 14. Mai 2008

schluchtenpfad-logo.jpgAm Pfingstmontag war es so weit. Die Wanderung auf die wir uns die ganze Woche gefreut hatten ging los. Der Rucksack war gepackt und wir starteten mit einer kleinen Verspätung aber immer noch vor 10 Uhr. Nur Brot fehlte noch, das sollte an der Tankstelle auf dem Weg eingekauft werden. An der Tankstelle: hmm, wo ist mein Geldbeutel? ‚Schatz? Hast Du Geld dabei?‘ Antwort: ‚Nee, dafür bist Du doch zuständig.‘ Also wieder zurück nach Hause, Geldbeutel eingesteckt und wieder los. Schnell das Baguette und noch etwas zu trinken gekauft. Draussen treffen wir noch eine liebe Nachbarin, verquatschen uns ein wenig, aber dann geht’s endlich los. Wir haben 10:30 Uhr.

Der Weg über die Ortschaften braucht natürlich auch seine Zeit und so treffen wir um kurz nach 11 Uhr endlich in Rissenthal ein. Der Parkplatz ist bereits einigermaßen belegt. Vor uns kam bereits eine Rentnergruppe an, jeder hatte Wanderschuhe, Stöcke, bestes Equipment also. Es gab ein paar mitleidige Blicke auf meine Trekkingsandalen – hey, die sind schließlich auch schon Teile des Jakobsweg gelaufen, was man Ihnen natürlich nicht ansieht. Ein kurzer Blick auf die Tafel mit dem Plan, das GPS programmiert und los geht’s

Falls man sich jetzt über das GPS wundert? Wozu GPS auf einem gut beschilderten Wanderweg? Tja, wir wandern den Schluchtenpfad schliesslich nicht aus Jux und Dollerei wie der Saarländer sagt, sondern befinden uns auf einer wichtigen Mission. Wir wollen heute den Schluchtenpfad Cache heben. Ein Multi-Cache mit fünf Rätseln und einem Travel-Bug im Final. Eine ernste und wichtige Angelegenheit. Siehe auch: Geocaching (oder www.geocaching.com)

Das erste Stück geht zunächst durch einen Hohlweg leicht den Berg hinauf. Bald sind wir auf einem Waldpfad, der mal hoch, mal ruter, mal über einen Bach aber doch stetig nach oben führt. Es ist noch recht viel Verkehr, wir hatten wohl nicht als einzige die Idee heute zu wandern. Hoffentlich wollen die nicht alle den Cache heben 😉 . Bald sind wir oben angelangt und lösen das erste Rätsel für unseren Cache im vorbeigehen.

Der Weg führt durch Mischwald um ein weites Tal herum, an dessen Ende ein Bach aus einer gewaltigen Felsformation entspringt. Wir sind schon jetzt mehr als beeindruckt von der reichhaltigen Natur auf dieser Wanderung. Kurze Zeit später lösen wir auch das zweite Rätsel ohne Probleme. Jetzt geht es wieder durch einen Hohlweg runter ins Dorf. Hier wandern wir wieder auf befestigtem Weg an Pferdekoppeln vorbei und machen ein bis zwei Kilometer gut.

Bald geht es auf der anderen Seite des Ortes wieder in den Wald. Es folgt der erste stärkere Anstieg über mehrere Treppenstufen. Wir werden von vier komischen Yuppies in Hi-Tech Klamotten überholt. Das GPS zeigt an, dass wir nicht weit vom dritten Rätsel entfernt sind und kurze Zeit später sind wir auch da, zwei schöne Bänke an einem Aussichtspunkt. Dummerweise ist der Ort von wirklich vielen Wanderern belagert die gerade Pause machen und nicht aussehen, als würden sie gleich weiterwandern, was uns die Suche nach dem dritten Hinweis nicht einfach macht. Wir beschließen erst mal eine Mittagspause einzulegen. Baguette, Salami, Tomaten, Eier und Gürkchen, so einfach das auch ist, so lecker schmeckt’s auf einer Wanderung. Nebenbei findet Susanne dann doch die Lösung für Rätsel Nummer drei. Vier Augen sehen eben mehr als zwei. Wir verweilen nicht allzu lange und machen uns gestärkt weiter.

Nach gut einem Kilometer wandern wir über herrliche Streuobstwiesen, die in voller Blüte stehen. Die blühende Natur und das frische Grün tun einfach gut und machen es angenehm zu wandern. Einige Kilometer weiter geht’s hinab in eine tiefe Schlucht. Es ist wirklich gewaltig was die Natur hier erschaffen hat. Nach wenigen hundert Metern im Tal geht es aber genauso steil (oder noch steiler) bergauf. Dieser Teil ist wirklich sehr anstrengend. Von hinten hören wir die vier komischen Yuppies, die sind bestimmt auch hinter unserem Cache her. Kurze Zeit später etwa in der Hälfte des Anstiegs überholen sie uns. Susanne ist sauer. Haben wir uns zu viel zugemutet? Aber das schaffen wir jetzt auch noch! Nach dem schlimmsten Teil des Anstiegs wartet das vierte Rätsel auf uns. Eine kurze Verschnaufpause und es geht weiter

Das schlimmste haben wir jetzt hinter uns, der Weg wird wieder flacher aber es wird auch warm und unser Wasservorrat ist nicht mehr allzu groß. Das fünfte Rätsel ist auch nicht weit und danach haben wir alle Informationen zusammen um den Schatz zu finden. Es geht jetzt steil bergab an der großen Grät (=Schlucht) vorbei. Nach diesem Abstieg gibt’s auf einer Bank am Waldrand nochmal eine kurze Rast. Wir vertilgen die restlichen Vorräte und machen uns gestärkt auf das letzte Teilstück. Immer wieder zeigt das GPS an dass wir uns in Kreisen unserem Ziel nähern, nur will die Zahl einfach nicht wirklich kleiner werden. Als wir dann auf dem Pfad Richtung Ort sind piepst das GPS auf einmal: Die Zielkoordinaten für den Final, den eigentlichen Cache, sind erreicht. Jetzt ist Suchen angesagt.

Susanne hatte den richtigen Riecher und holt den Cache in Form einer Plastikdose aus ihrem Versteck. Wir verkriechen uns in eine nah gelegene Streuobstwiese wo uns vom Weg aus keiner sieht und packen in Ruhe aus. Der Travelbug ist noch da und wandert in unseren Rucksack. Wir nehmen unseren Eintrag im Logbuch vor, als Beweis daß wir auch tatsächlich da waren, machen ein paar Fotos und verpacken das ganze wieder. Jetzt noch geschaut, dass die Luft rein ist, Schatzdose wieder versteckt und zurück auf dem Weg. Um 15 Uhr haben wir es geschafft, wieder am Dorfplatz. Wir sind erschöpft aber zufrieden und stolz, dass wir diese Wanderung gemacht haben.

Fazit: Der Schluchtenpfad ist ein einzigartiges Stück bewanderbarer Natur. Nicht umsonst wurde er 2006 als Deutschlands bester Prädikatswanderweg des Jahres ausgezeichnet. Unser gewohntes Spaziergebiet im Urwald vor den Toren der Landeshauptstadt kann hiergegen nicht anstinken. 😉

Infos zum Schluchtenpfad:

www.wanderbares-saarland.de

www.losheim-stausee.de

Wanderung auf dem Schluchtenpfad
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2 Kommentare zu “Wanderung auf dem Schluchtenpfad”

  1. Susanneam 17. Mai 2008 um 22:09
    Link zum Kommentar

    Also, eigentlich bin ich nur mit, weil es eine schöne, nicht zu lange Wanderung mit einem interessanten Geocache werden sollte, 10 km sind zwar lang, aber es war ja auch ne Mittagspause mit Futter usw. geplant.

    Hätte ich vorher die Beschreibung des Weges auf wanderbares-saarland.de gelesen, wäre ich sicher nicht mit!
    „Die Tour verläuft zu fast 90 Prozent über schmale und unebene Gras- und Erdpfade. Hinzu kommen jede Menge kräfteraubender An- und Abstiege. Absolute Trittsicherheit ist daher ebenso erforderlich wie gute Kondition.“

    Eine gute Kondition! Kräfteraubende Anstiege! Und das mir, die ich immer soweit wie möglich sportlicher Betätigung aus dem Weg gegangen bin!
    Es ist jetzt schon ein paar Tage her, aber ich bin immernoch erstaunt, daß ich es nicht nur geschafft hab, sondern es auch noch Spaß gemacht hat! Soviel, daß ich schon andere Wanderwege (natürlich mit Cache 😉 ) am suchen bin und mir statt neuer Pumps mal gute Wanderschuhe gekauft hab…

    Liebe Grüße,
    Susanne

  2. […] ich, eine ablehnende Haltung gegenüber Geocaching hat, ist mitlerweile auch infiziert und rennt 10 km durch die Pampa um diese Dinger zu […]

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