Sonntag nacht 17.05.2009 weckte Susanne mich gegen 2:30 Uhr. Wir waren in der 31. Woche mit Zwillingen, unseren Jungs. Bisher verlief die Schwangerschaft problemlos. Tags zuvor hatte Susanne etwas stärkeres Ziehen, aber das ging auch wieder weg und so bestand für uns kein Grund zur Sorge. Susanne weckte mich also, war ziemlich in Panik, hatte Schmerzen und es lief etwas. ‘Das kann doch noch kein Fruchtwasser sein?’ Ich versuchte sie zu beruhigen. Als sie dann aber sagte, sie habe nie in der ganzen Zeit solche Angst gehabt beschlossen wir ins Krankenhaus zu fahren. Die Kliniktasche blieb zuhause, denn wir fuhren ja nur mal eben nachschauen lassen.
Bereits vor Wochen hatten wir vereinbart, sollte irgendetwas sein, dann würden wir ins Krankenhaus St. Elisabeth nach Saarlouis fahren. Dort gibt es eine Station für Frühchen und das Krankenhaus bietet für uns die optimale Mischung aus Kompetenz, Erreichbarkeit und Atmosphäre. Wir fuhren also ruhig und entspannt nach Saarlouis, nicht etwa wie in Filmen wo der werdende Papa erst mal in Panik ausbricht. Wir parkten auf dem Besucherparkplatz und auf dem Weg zum Haupteingang meinte Susanne noch: ‘Zur Entbindung laufe ich diese Strecke nicht, da setzt Du mich vorne ab.’
Im Krankenhaus gingen wir sofort zum Kreissaal, Susanne wurde untersucht, CTG wurde geschrieben. Wie so oft waren die Jungs wieder ziemlich aktiv, so dass die Herztöne schwer zu finden waren. Das CTG zeichnete keine Wehen auf, einerseite beruhigend, andererseits wo kamen dann die Schmerzen her? Die Hebamme verschwand dann mal, Susanne ging auch mal für kleine Mädchen. Nach einiger Zeit kam eine junge Frau rein, sie stellte sich als diensthabende Ärztin vor und meinte mit etwas betretener Miene: ‘Ihre Frau hat einen Blasensprung. Wurde die Lungenreife bereits durchgeführt?’
Ok, bis zu diesem Punkt war ich ruhig, aber jetzt ging mein Puls erst mal durch die Decke. 31. Woche, viel zu früh, die Lungenreife war natürlich nicht gemacht worden, denn bisher lief ja alles perfekt. Mein Gott, uns passiert auch alles. Susanne kam wieder rein, sah die Ärztin und platzte herraus: ‘Was machst Du denn hier? Ich dachte Du bist in Püttlingen!!!’ Es stellte sich heraus, dass die Ärztin Susannes Abikollegin Mariam war. Mariam sagte Susanne wie die Aktien stehen und was sie tun wolle: ‘Wir versuchen jetzt erst mal die Lungenreife nachzuziehen, versuchen Dich irgendwie über die nächsten 48 Stunden zu bringen. Das haben andere auch schon geschafft.’ Die erste Spritze zur Durchführung der Lungenreife wurde sofort verabreicht. Susanne bekam außerdem Wehenhemmer, denn obwohl das Gerät keine Wehen aufzeichnete waren die Schmerzen eindeutig Wehen.
Ob wir das schaffen würden stand noch nicht fest. Der Oberarzt wurde herbeigerufen und schaute sich die Sache nochmal genauer an und die Hoffnung die 48 Stunden zu schaffen schwanden mit den neuen Befunden. Zwei Teams zur Versorgung von Frühgeborenen wurden herbeibestellt und als diese anwesend waren kam Susanne kam in den OP. Zuerst sah es noch danach aus, als dürfte ich mit rein. Ich hatte mir immer gewünscht dabei zu sein, wenn meine Jungs zur Welt kommen, doch dann hieß es auf einmal Notkaiserschnitt!!! Das bedeutete für mich, dass ich nicht mir rein durfte, weil jetzt alles sehr schnell gehen musste. Schnell ist allerdings relativ. Die nächste Zeit kam mir wie eine Ewigkeit vor. Dann sah ich endlich eine Hebamme mit einem Bündel vorbeihuschen. Kurze Zeit später eine zweite. Ich meinte ein kurzes Quiecken gehört zu haben und nur Sekunden später hörte ich die ersten Schreie meiner Kinder. Es war ein überwältigender Moment.
Eine Hebamme kam raus und beglückwünschte mich. ‘Die beiden sind topfit, hören Sie mal wie die quietschen, der eine gibt sich gar nicht mehr.’ Dann kam die zweite Hebamme: ‘Das eine ist ein Mädchen!!!’ Das gab mir den Rest, die Hebamme meinte später meinen Gesichtsaudruck danach werde sie ihr ganzes Leben nicht vergessen. Ein Mädchen! Das machte die Sache perfekt. Ich wollte eigentlich nie vorher wissen was es wird und mich bei der Geburt überraschen lassen. Doch irgendwie ließ sich das nicht verhindern, irgendwann wusste alle Welt, dass wir zwei Jungs bekommen. Wir hatten auch nur Jungennamen überlegt und selbst da waren wir noch nicht 100% einig. Egal, die Überraschung war perfekt, unser Mädchen hatte alle gelinkt
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Ich wurde mit den Unterlagen zur Anmeldung meiner Kids nach unten geschickt. Auf dem Flur warteten zwei Frauen mit einem Inkubator in dem unser Mädchen lag. Ich durfte eine Runde mit im Aufzug fahren und sie betrachten. Sie war perfekt, alles dort wo es hingehörte, noch etwas verschmiert und verknautscht, aber einfach wunderschön. Nachdem ich die Zettel an der Anmeldung abgeliefert hatte konnte ich bald zu Susanne. Mariam kam auch dazu, berichtete wie sie Susanne auf die Nachricht von unserer Tochter reagierte: ‘Sie riß die Augen kurz auf, meinte ‘Oh wie geil!’ und nickte dann gleich wieder weg.’ Susanne hatte alles gut überstanden.
Dann machte ich mich auf dem Weg zur Frühgeborenenstation. Nach einer kurzen Einweisung in die Modalitäten (Kittel, Desinfektion etc.) durfte ich zu ihnen. Da lagen sie in ihren kleinen Glashütten, umgeben von Monitoren, aber sie lebten und atmeten alleine. Der Kinderarzt erklärte mir, dass sie gut entwickelt seien. Die Atmung sei noch nicht perfekt, weshalb man sie bald noch einige Zeit künstlich beatmen werde und Medis zur Lungenreife gebe. Aber erst mal sei er sehr zufrieden mit den beiden.
Zu Daten und Namen:
- unsere Tochter Sonja Elisabeth wurde um 6:34 Uhr geboren, wog 1360 gr und war 40 cm groß
- unser Sohn Tobias Gerhard wurde um 6:36 Uhr geboren, wog 1600 gr und war 42 cm groß
Auch die nächsten Tage verliefen ohne Zwischenfälle. Sonja wurde am Dienstag extubiert, Tobias am Mittwoch. Inwischen atmen die beiden alleine, machen alles was man von Babys in ihrem Alter erwartet und das machen sie gut. Sonja ist recht aktiv und bringt es auch schon mal fertig sich die Elektroden abzureißen. Tobias ist eher ruhiger. Wir hoffen, dass die beiden sich weiter so entwickeln und wir sie bald nach Hause bekommen.
Manchmal frage ich mich wann ich aus diesem Traum aufwache. Wohl dann wenn die beiden zuhause sind und mir die ersten schlaflosen Nächte bereiten. Die Leute in der St. Elisabeth Klinik haben in dieser Nacht wirklich beeindruckendes geleistet. Ich habe es noch nie erlebt, dass Leute aus der Rufbereitschaft so schnell zur Stelle waren. Außerdem glaube ich, dass alle möglichen Schutzengel in dieser Nacht auf unsere Kids aufgepasst haben. Darüber sind wir sehr glücklich und dankbar.
Weitere Bilder gibt’s im Fotoalbum
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Hallo ihr lieben…
Wir freuen uns mit euch…
Das hier ist so schön geschrieben…habe geheult beim lesen…toll!!!
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Hallo!
Gerade haben wir über wkw eure Seite gefunden und natürlich die Bilder eurer zwei Süßen angeschaut…
Toll, so klein, aber so perfekt! Die Bilder mit dem Ring sind der Knüller – Wahnsinn. Wir wünschen Euch wirklich alles Glück der Welt!
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Hallo Susanne, hallo Stefan,
wir freuen uns mit euch.
Wir wünschen euch mit eurem Nachwuchs alles Gute.
Habt Ihr gut gemacht.. die beiden sind wirklich ganz süß.
Viele liebe Grüße
Martin und Trixi
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Hallo Ihr Vier!
Die Entwicklungsschübe sind echt spitze! Anhand der Fotos kann man echt sehen, wie toll sich die beiden entwickeln. Sonja sieht aus wie ne kleine Skifahrerin mit ihrem Mützchen…echt zu goldig!
Wünsche Euch weiterhin so gute Fortschritte!
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Huhu Susanne
Erst mal alles Liebe. Ich habe jetzt erst erfahren, dass du schon entbunden hast.
Ich wünsch dir und deiner Familie alles erdenklich Gute!
Ich bin echt gerührt von den Bildern <3
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Hallo Susanne
Wunderschön deine beiden Süssen hier zu sehen.
Freut mich das es euch allen so gut geht. Und ich freue mich erst recht die beiden mal live zu sehen.
Wünsche euch noch alles Gute.
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Hallo Ihr Vier,
ich wünsche Euch alles Gute, die Pimpfe sollen weiter so gute Fortschritte machen und ihr haltet die Ohren steif.
Gruß und viele Grüße aus dem CC.
Anja
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Herzlichen Glückwunsch zu den supersüssssen Babys!
Ich freue mich sehr für Euch und wünsche Euch alles Gute!
Liebe Grüsse
Caterina
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Hallo Ihr 4,
ich bin gerade bei wunschkinder über euren Blog gestolpert und dann hier gelandet.
Ich fühlte mich beim Lesen in die Vergangenheit gebeamt. Ich bin auch Mutter eines Frühchens und hatte ebenfalls einen vorzeitigen Blasensprung. Mittlerweile ist das lange her und der “Kurze” kommt in einigen Wochen schon in die Schule.
Vor 6 Jahren um diese Zeit, hatte ich nach 10 langen Krankenhauswochen, die langersehnten schlaflosen Nächte.
Erst da hatte ich das Gefühl, Mutter -eine richtige- zu sein.
Ich wünsche euch weiterhin alles Gute und werde diese Seite noch öfter besuchen und in meinem Blog verlinken.
LG, Tina