2012 – das Jahr des Laufens

Geschrieben von Stefan am 31. Dezember 2012

Aus zwei Gründen wird 2012 für mich das Jahr des Laufens bleiben. Im Mai wurden unsere Zwillinge drei Jahre alt. Tobias konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht frei laufen. Er machte aber gute Fortschritte und schnappte sich alles was irgendwie nutzbar war um vor sich her zu schieben und daran zu gehen. Am Tag nach dem Geburtstag fuhren wir mit den beiden in den ersten größeren Urlaub. Es ging nach Holland in den Center Parc ‚Port Zeelande‘. Wir hatten zehn herrliche Tage dort und der Park hatte unzählige Plätze an denen die beiden sich müde machen konnten. Ich werde nie vergessen wie Tobias die Klettergerüste hoch und immer mehr die Angst vor hohen Rutschen verlor. Abends war er dann häufig so müde, dass er beim Essen während des Kauens eingeschlafen ist.

Er schaffte es auch hin und wieder ein paar Schritte frei zu gehen. Meistens dann, wenn es irgendwas interessantes zu sehen gab und der Weg auf allen Vieren über den Boden länger gedauert hätte. Am letzten Abend brachte ich die beiden hoch ins Bett. Während ich Sonja umzog stand Tobias an der Schlafzimmertür. Auf einmal ließ er sich los und tappste auf sein Bett zu. Er legte dabei fast einen Meter zurück. Dort angekommen lachte er erst mal fröhlich, schaute mich an und meinte: ‚Nochmal?‘ Ich ermunterte ihn dazu und er tappste zurück zur Tür. Unzählige Male wiederholte er dieses Spiel, lachte jedesmal und fragte dann ‚Nochmal?‘ Ich rief Susanne hoch. Tobias wiederholte das Spiel bis er nicht mehr konnte. Am Ende lagen wir uns weinend vor Freude in den Armen. Es dauerte noch einige Wochen bis Tobias sicherer wurde und dann jeden Weg laufend zurück legte. Sein Gangbild wird immer besser, auch wenn es deutlich steifer ist als bei anderen Kindern. Die Hauptsache ist, dass er ohne Hilfsmittel gehen kann.

Im vergangenen Jahr habe ich das Laufen, also die Sportart, wieder entdeckt. Vor über 15 Jahren zu meiner Zeit als Student lief ich oft und nahm damals auch an Volksläufen teil. 2010 nahm ich  zum erstam Mal am Firmenlauf teil. Über den Sommer schaffte ich es auch zweimal pro Woche eine halbe Stunde zu trainieren. Im Herbst jedoch gab ich das Laufen wieder auf. Im folgenden Jahr nahm ich wieder am Firmenlauf teil. Doch insgesammt lief ich 2011  weniger als im Jahr zuvor. Dieses Jahr kam der Durchbruch. Im Urlaub in Holland lief ich jeden zweiten Tag und auf den ebenen Strecken ging es richtig gut. Zuhause trainierte ich weiter zwei bis dreimal pro Woche. Neben dem Firmenlauf lief ich noch eine Staffel am Gourmet Marathon, den City Crosslauf, den Westspangenlauf und gestern am Silvesterlauf. Ich bin zwar von meinen alten Zeiten noch ein gutes Stück entfernt, aber das Laufen macht mir mehr Spass als je zuvor. Und: ich laufe endlich weitgehend schmerzfrei. Früher und auch in den letzten Jahren hatte ich beim Laufen oft Schmerzen im Schienbein. Das hat mir oft die Freude am Laufen verdorben. Seit diesem Jahr gehe ich die ersten fünf Minuten in normalem Tempo und beginne erst dann mit dem Laufen. Die Muskulatur und die Gelenke erwärmen sich dabei und werden beweglicher. Als ich vor einigen Wochen mal auf mein Aufwärmprogramm verzichtete waren auch sofort die alten Probleme wieder da. Beim nächsten Training führte ich mein Warm-up wieder durch und es lief sich danach ohne Probleme.

Meine sportlichen Aktivitäten stecken die Familie übrigens an. Susanne geht auch hin und wieder ein paar Kilometer raus und Sonja ist sich sicher: „Wenn ich groß bin, kauft der Papa mir rote Laufschuhe.“ Ein kleiner Traum von mir ist, dass wir in einigen Jahren alle vier zusammen laufen gehen. Für 2013 habe ich mir schon ein paar Ziele gesetzt. Ich möchte auf jeden Fall einen Halbmarathon laufen, ich möchte auch noch etwas schneller werden. Harte Ziele, d.h. x Minuten auf y Kilometer setze ich mir aber bewusst nicht und schreibe sie schon gar nicht auf. Oberstes Ziel ist verletzungsfrei zu laufen und die Freude am Laufen zu behalten.

Ich wünsche euch allen ein glückliches Jahr 2013, Gesundheit und Zufriedenheit.

2012 – das Jahr des Laufens
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